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An Thomas M.
By Glenn Brigaldino
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edited: Saturday, September 28, 2002
Posted: Saturday, September 28, 2002
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Thoughts for a German student who committed suicide after experiencing a US-style school shooting at his Erfurt, Germany school.
(written in German)
An Thomas M.
Thomas M. hat sich erhängt. Mehr war aus der dpa-Meldung kaum herauszulesen über Thomas M. aus Erfurt und sein erst achtzehn-jähriges Leben. Er war ein Mitschüler des Erfurter Schulmörders hies es. Trozt psycho-sozialer Betreung nach der Wahnsinnstat im Erfurter Gymnasium, entschloß sich Thomas M. dazu sein Leben zu beenden.
Ohne ihn je gekannt zu haben oder über die Beweggründe seines Entschlußes mutmaßen zu können oder zu wollen, kann ich nur sagen daß es mir um ihn Leid tut. So viele Fragen könnten gestellt werden, weshalb ein so junger Mensch keinen anderen Ausweg aus seiner innerlichen Verzweifelung sah. So viele Fragen die von Aussenstehenden wie mir nicht beantwortet werden
können. Einzig die ferne Trauer um einen Menschen der am Anfang seines selbständigen Lebens seinen eigenen Tod herbeiführte.
Es wäre anmaßende Spekulation zu fragen was Thomas M. in seinem Leben alles erfahren, erreichen, erleben hätte können. Was bleibt anderes übrig als Trauer, Mitgefühl mit den Angehörigen, soweit solches überhaupt möglich ist. Dennoch darf Thoma M. von uns Fremden nicht einfach vergessen werden. Ohne ihn je gekannt zu haben, sollten wir ihn in Erinnerung behalten als ein Jugendlicher unter uns der uns fremd war, dem wir fremd waren, den wir nicht weiter bemerkten. Eine Gesellschaft von Fremden wie es scheint. Unter uns, ein junger Erwachsener auf der Suche nach Indentität und Sinn, für den nach dem schlimmen Miterleben-müssen von sinnloser Gewalt, die Suche nur noch als sinn-und zwecklos erschien.
Welche innerlichen Abgründe und Konflikte mögen Thomas M. wohl zerissen haben? Keiner ahnt es. Das Weiterleben muss Thomas M. schlimmer erschienen sein als der Freitod. Ganz gleich ob nun innerliche oder gesellschaftliche Gründe, oder gar eine Mischung aus beiden ihn letztlich zu seiner Entscheidung trieben, wir sollten uns nicht anmaßen den traurigen Entschluß erklären, kritisieren oder irgendwie bewerten zu können.
Akzeptieren dürfen wir aber niemals, daß es für Menschen in unserer Mitte zu solchen existentiellen Konflikten kommen kann. Gleichwohl ist es geschen, wir schienen überrascht. Unser Leben, das so sehr abgestumpft ist gegenüber den täglichen Nachrichten von Gewalt, Unrecht und Katastrophen, sollte doch innehalten müssen, wenn es doch nur könnte. Wir sollten uns fragen, kann es denn, darf es je ein “business as usual” geben nach dem bequemen “Verdauen” der ungeordneten Informationsflut. Zum gesellschaftlichen Handeln anscheinend ohnmächtig, trachten wir denn nicht unbewußt nach mehr Verstehen anstelle von blankem, zusammenhangslosem Wissen? Thomas M., wir schulden nicht nur dir, sondern auch uns selbst viele Antworten.
Traurig,
Glenn Brigaldino
im Juli 2002
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