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Helmut Barz

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My Home is my castle
by Helmut Barz
Sunday, July 2, 2006

Rated "PG13" by the Author.

       

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     This is what happens if we put too much trust in computers ruling our daily life. (Again in German only)
1. Juli 2002
(sagt zumindest die Systemzeit... )

Computer sind doof:
Sie tun das, was man Ihnen sagt.

Das ist aber nicht immer das, was man will.

Wenn ich hier jemals wieder rauskomme, dann lasse ich das über meine Eingangstür meißeln. In goldenen Lettern. Beleuchtet. Bei Tag und Nacht.
Ich kann mir das leisten. Denn ich bin reich. So richtig reich. Und damit wären mir bei meiner Person. Mein Name ist Joseph T., für den Fall daß ich nicht mehr zu identifizieren sein sollte, wenn man mich oder zumindest diese Datei findet.

Ich bin also reich. Das war ich nicht immer. Das kam über Nacht, spielt jetzt aber keine Rolle.

Was macht man mit viel Geld? Ich kündigte meinen Job. Ich kaufte ein Haus. Nicht irgendein Haus. Eine alte, große Jugendstilvilla. Ich hatte nie genug Platz gehabt, und jetzt hatte ich das Geld und die Zeit, mir mein Heim einzurichten. Und das tat ich.
Ich hatte immer nur vier Laster: Ich rauchte, mochte guten Wein, gutes Essen... und ich war schon immer ein Technikfreak: Ich hatte schon eine DSL-Standleitung, als diese Technik nur für Firmen zugänglich und so teuer war, daß meine Online-Rechnungen einen guten Teil meines Monatsgehaltes auffrassen. Nur so als Beispiel.

Und jetzt hatte ich das Geld für alles. Mein Kühlschrank, meine Kühltruhe und meine Vorratskammer war immer gut gefüllt, in allen Räumen standen Dosen mit Zigaretten und Aschenbecher, mein Weinkeller war erlesen zusammengestellt... Und mein Haus war vollcomputerisiert.

Tür und Garage öffneten sich auf Stimmbefehle, aktuelle Nachrichten bekam ich auf Wortkommando in jedem Raum auf 22“-Flatscreens. Terminals im ganzen Haus, an dem Wänden statt Bildern TFT-Displays, mit meiner persönlichen, täglich wechselnden Lieblingsauswahl von Bildern, meine Sammlung von inzwischen 2000 CDs war über eine vollautomatische Jukebox jederzeit in jedem Raum durch einfaches Ansagen abrufbar.

Und meine Küche... Wunderbar. Sie arbeitete praktisch vollautomatisch und be-reitete alles frisch zu. Besser als der Replikator auf der Enterprise. Lebensmittel wur-den automatisch nachgeordert. Gerichte über eine spezielle Speiseaufzugskonstruktion in jeden Raum geliefert. Ebenso Drinks aus meiner Bar. Es war das Schlaraffen-land.
Mit Folgen: Ich ging auseinander wie ein Word-Dokument bei aktivierter Schnell-speicherung. Bisher, wenn schon nicht schlank, so doch wenigstens nicht wirklich dick, wuchs ich auf fast 100 Kilo an, bei 175 cm Größe. Ich wurde müde, schlaff, begann, mich krank zu fühlen. Ich hatte schon bei einem Gang vom Schlaf- ins Wohnzimmer Herzrasen. Und das mit vierunddreissig.

Ich ging zu meinem Arzt. Wurde zu diversen Spezialisten, einschließlich eines Neurologen, eines Kardiologen, sowie eines Psychotherapeuten verwiesen. Und bekam das erwartete zu hören: Abnehmen, weniger Rauchen, mehr Bewegung.

Ich schaffte also einige Sport-Geräte an, alle computergesteuert und –kontrolliert, so daß ich meinen täglichen Fitnessstand, meine tägliche Schlaffheit, um die Ohren gehauen bekam.
Und ich speiste das „Fit for Life“-Update in die Haushaltsrechner-Einheit ein. Ein komplettes Diät- und Fitness-Programm. Ein schwerer Fehler, wie ich später festellen sollte. Denn so fing alles an. Aber davon ahnte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts. Im Gegenteil: Es fing an, mir richtig gut zu gehen. In drei Monaten nahm ich 30 Kilo ab, ich schaffte bald auf dem Stair-Man einen Highscore nach dem anderen, ich joggte - nur so zum Spaß, ohne das es Bestandteil des Trainingsprogramms war. Ich schaffte mir ein Fahrrad an... Und fuhr sogar damit. Manchmal 30 Kilometer am Tag. Früher bin ich sogar fünfhundert Meter zum Tabakhändler mit dem Auto gefahren.

Ach ja: Ich hörte auf, zu rauchen. Ich hatte zwar immernoch Zigaretten im Haus. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr darauf. Nach zwanzig Jahren dreißig bis vier-zig Zigaretten täglich.

Ich muß völlig high vom Gesundheitsrausch gewesen sein, als ich meinen nächsten Entschluß fasste: Ich ließ mein Haus komplett "fit-for-life"-updaten: Alle schädlichen Materialien wurden entfernt, eine elektronische Analyseeinheit kam dazu: EKG, Blutwerte, zwei mobile Kernspintomografie-Einheiten. Das Sprach- und Sprachverständnisprogramm wurde auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt konnte das Programm sogar alltägliche Sätze verstehen und darauf reagieren. Sagte ich beispielsweise: „Brr, ist das kalt hier!“, fuhr das Haus die Heizung hoch.

Und in einem Anfall von Übermut spendierte ich dem System einen freien Internetzugang mit einem Search-Bot für alls wichtigen Gesundheits- und Haussicherheitsinformationen. So war mein Haus immer auf dem neuesten Stand. Es konnte sogar Texte aus dem Netz interpretieren und in geeignete Maßnahmen umsetzen.

So fängt meine Geschichte an.

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